Eine „Anleitung“ zum Eintreten in ein „Kloster“

Während meinem Besuch im Diakonissenhaus Riehen im September hatte ich die Möglichkeit, mit Sr. Delia Klinger ein längeres Interview zu führen. Sie ist das neuste und jüngste Schwester des Diakonissenhauses und inzwischen als Novizin aufgenommen worden. An dieser Stelle möchte ich ihr gerade auch danken, dass sie mir Rede und Antwort gestanden ist. Ich habe das Interview in drei Teile zu Sr. Delia’s Biographie, dem Diakonissenhaus in Riehen und kommunitären Gemeinschaften heute unterteilt.

 

Vielen Dank Delia, dass wir dieses Interview zusammen machen können. Ich möchte gleich mit der ersten Frage beginnen: Kannst du dich kurz vorstellen?

Ich bin Delia Klinger und zuerst im Thurgau aufgewachsen, in der Nähe von Schaffhausen. Dann sind wir in den Aargau umgezogen. Das war mein erster kleiner Kulturschock, weil ich dann das Zungen-R lernen musste. Ich bin mit zwei Geschwistern aufgewachsen und damit der Schinken im Sandwich. Ich habe im Aargau meine ganze Schulzeit gemacht und bin dann fürs Theologiestudium nach Basel gegangen, mit der Vorstellung, dass ich gleich nach dem Studium ins Pfarramt gehen würde. Weiterlesen

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Kommunitäten als Zeugen für die Kraft des gemeinsamen Gebets

Ich hatte Mitte September die Möglichkeit die Diakonissen in Riehen für einige Tage zu besuchen und in ihre Gemeinschaft hineinschauen. Das Leben in Glaubensgemeinschaften, wie es in Klöstern und Kommunitäten gelebt wird, fasziniert mich schon länger. Es gibt sehr wohl eine grosse Vielfalt kommunitärer Gemeinschaften. Eines hat jedoch in allen Kommunitäten höchste Wichtigkeit und ist gerade auch das, was mich am stärksten fasziniert. Es sind die gemeinsamen Gebetszeiten.

Wohl in allen christlichen Kommunitäten strukturiert das gemeinsame Gebet den Tagesablauf und prägt der Gemeinschaft einen Stempel auf. Die Gebetszeiten werden immer zur gleichen Tageszeit angesetzt. Das Grundgerüst der Gebete wiederholt sich meist wöchentlich. Die Liturgie der Gebetszeiten ist von Kommunität zu Kommunität unterschiedlich, doch es sind drei Kernelemente zu nennen:

  1. Gemeinsames Singen von Liedern
  2. Gemeinsames Lesen oder Singen von Psalmen
  3. Lesung aus der Bibel

Im Diakonissenhaus Riehen gibt es drei Gebetszeiten, welche jeweils vor den Tagesmahlzeiten stattfinden. Weiterlesen

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Die Geschichte des Esels, der Gott dienen wollte

Vor langer Zeit erblickte ein Esel das Licht der Welt. Dieser Esel wuchs schnell heran und wurde stark. Seit der Esel denken konnte, wusste er: “Ich will mit meinem Leben Gott dienen.” Der Esel wurde erwachsen und er musste beginnen, auf eigenen Füssen zu stehen, seine Eltern zu verlassen und seine eigenen Wege zu gehen. Da der Esel Gott dienen wollte, fragte er Gott: “Herr, wie kann ich dir dienen?” Und Gott sagte zum Esel: “Esel, ich weiss dass du mir dienen möchtest, doch habe Geduld! Du wirst deinen Dienst für mein Reich noch beitragen.” Weiterlesen

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Der Platz der Theologie an der Universität

Bei viele europäischen Universitäten, welche ab dem Mittelalter in Europa entstanden wurden, war die Kirche eine treibende Kraft für die Universitätsgründung. So erstaunt es auch nicht, dass die theologische Fakultät eine wichtige, wenn nicht zentrale Stellung an der Universität innehatte. Nicht selten entstanden Universitäten als Erweiterungen oder Nachfolger von Predigerseminaren. So war zum Beispiel die in der Reformationszeit gegründete Zürcher Prophezei der Vorläufer für die Universität Zürich. Viele amerikanische Eliteuniversitäten wie Harvard, Princeton, Yale, usw. waren Nachfolger von frommen Predigerseminaren. Gibt man Acht auf die Mottos einzelner Universitäten, trifft man nicht selten auf ein Bibelwort. Theologie war prägend und man erhoffte sich viel von ihr. So lässt auch Goethe seinen Faust sagen: „Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie durchaus studiert, mit heissem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor.“ Doch es reifte die Überzeugung heran, dass die Theologie, wenn auch hoch geschätzt, für Gelehrte eben doch wenig Ertrag brauchte. Weiterlesen

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