Um- und Aufbrüche der Diakonissen in Riehen heute

Link zum 1.Teil des Interviews.

Wie bist du auf das Diakonissenhaus hier in Riehen gekommen?

Das ist auch etwas, was nicht nur verstandesmässig ist. Mein erster Kontakt mit Riehen war meine Masterarbeit. Da habe ich auch ein Interview mit Oberin Schwester Doris gemacht. Mich hat es schon dort sehr beeindruckt. Vor allem den Weg, den die Gemeinschaft gegangen ist von ihrer Entstehungszeit, wo der Auftrag die Krankenpflege war. Man wollte so auf die Not der Zeit antworten, und daher waren die meisten Schwestern in der Pflege tätig und machten neben Spitalpflege auch das, was heute die Spitex macht. Das hat sich nach dem 2. Weltkrieg verändert, weil der Staat mehr und mehr diese Aufgaben übernommen hat, und immer weniger Schwestern eingetreten sind. Die 60er, 70er und 80er Jahre waren für alle Diakonissenhäuser eine Zeit der Krise. Es ging darum zu fragen, was ist heute unsere Berufung und unser Auftrag? Geht es darum, das Werk weiterzuführen, primär die Krankenpflege, ob mit Schwestern oder nicht? Oder soll es eher um die Gemeinschaft gehen, und dann gibt man die Pflegeaufgabe ab und überlegt sich, was heute dran ist. Die Gemeinschaft hier in Riehen hat sich stark wieder mit der klösterlichen Tradition auseinandergesetzt und in ihrer Geschichte auch diese Wurzeln entdeckt. Ende 19. und anfangs 20. Jahrhundert stand oft die Arbeit im Vordergrund. Es war eine Zeit des Aufbauens und Grösserwerdens, wo viele Schwestern eingetreten sind und in Spitäler und Gemeinden geschickt wurden. Die gemeinschaftlichen Aspekte gingen nicht vergessen, aber sie traten zurück. Diese Suchen, was „dran ist“ in der jeweiligen Zeit hat mich fasziniert. Weiterlesen

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Eine „Anleitung“ zum Eintreten in ein „Kloster“

Während meinem Besuch im Diakonissenhaus Riehen im September hatte ich die Möglichkeit, mit Sr. Delia Klinger ein längeres Interview zu führen. Sie ist das neuste und jüngste Schwester des Diakonissenhauses und inzwischen als Novizin aufgenommen worden. An dieser Stelle möchte ich ihr gerade auch danken, dass sie mir Rede und Antwort gestanden ist. Ich habe das Interview in drei Teile zu Sr. Delia’s Biographie, dem Diakonissenhaus in Riehen und kommunitären Gemeinschaften heute unterteilt.

 

Vielen Dank Delia, dass wir dieses Interview zusammen machen können. Ich möchte gleich mit der ersten Frage beginnen: Kannst du dich kurz vorstellen?

Ich bin Delia Klinger und zuerst im Thurgau aufgewachsen, in der Nähe von Schaffhausen. Dann sind wir in den Aargau umgezogen. Das war mein erster kleiner Kulturschock, weil ich dann das Zungen-R lernen musste. Ich bin mit zwei Geschwistern aufgewachsen und damit der Schinken im Sandwich. Ich habe im Aargau meine ganze Schulzeit gemacht und bin dann fürs Theologiestudium nach Basel gegangen, mit der Vorstellung, dass ich gleich nach dem Studium ins Pfarramt gehen würde. Weiterlesen

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Kommunitäten als Zeugen für die Kraft des gemeinsamen Gebets

Ich hatte Mitte September die Möglichkeit die Diakonissen in Riehen für einige Tage zu besuchen und in ihre Gemeinschaft hineinschauen. Das Leben in Glaubensgemeinschaften, wie es in Klöstern und Kommunitäten gelebt wird, fasziniert mich schon länger. Es gibt sehr wohl eine grosse Vielfalt kommunitärer Gemeinschaften. Eines hat jedoch in allen Kommunitäten höchste Wichtigkeit und ist gerade auch das, was mich am stärksten fasziniert. Es sind die gemeinsamen Gebetszeiten.

Wohl in allen christlichen Kommunitäten strukturiert das gemeinsame Gebet den Tagesablauf und prägt der Gemeinschaft einen Stempel auf. Die Gebetszeiten werden immer zur gleichen Tageszeit angesetzt. Das Grundgerüst der Gebete wiederholt sich meist wöchentlich. Die Liturgie der Gebetszeiten ist von Kommunität zu Kommunität unterschiedlich, doch es sind drei Kernelemente zu nennen:

  1. Gemeinsames Singen von Liedern
  2. Gemeinsames Lesen oder Singen von Psalmen
  3. Lesung aus der Bibel

Im Diakonissenhaus Riehen gibt es drei Gebetszeiten, welche jeweils vor den Tagesmahlzeiten stattfinden. Weiterlesen

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Die Geschichte des Esels, der Gott dienen wollte

Vor langer Zeit erblickte ein Esel das Licht der Welt. Dieser Esel wuchs schnell heran und wurde stark. Seit der Esel denken konnte, wusste er: “Ich will mit meinem Leben Gott dienen.” Der Esel wurde erwachsen und er musste beginnen, auf eigenen Füssen zu stehen, seine Eltern zu verlassen und seine eigenen Wege zu gehen. Da der Esel Gott dienen wollte, fragte er Gott: “Herr, wie kann ich dir dienen?” Und Gott sagte zum Esel: “Esel, ich weiss dass du mir dienen möchtest, doch habe Geduld! Du wirst deinen Dienst für mein Reich noch beitragen.” Weiterlesen

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